ETF-Steuern in Deutschland 2026: Die Vorabpauschale verstehen, ohne dein Depot offenzulegen

Key Takeaway
Für 2025 lag der Basiszins bei 2,53 %. Die daraus berechnete Vorabpauschale galt am 2. Januar 2026 als zugeflossen. Für 2026 hat das Bundesfinanzministerium den Basiszins mit Schreiben vom 13. Januar 2026 auf 3,20 % festgesetzt. Die gilt am 4. Januar 2027 als zugeflossen. Höherer Zins bedeutet tendenziell höhere Steuer, aber nur, wenn dein Fonds im Jahr tatsächlich gestiegen ist. Wer die Zahlen vorher wissen will, tippt sie meist in einen kostenlosen Online-Rechner. Der bekommt damit deinen Depotwert. DecentWealth ist ein privater Portfolio-Tracker für iPhone, der alles lokal auf deinem Gerät behält. Kein Konto, kein Server, kein Tracking.
Es gibt diesen Moment Anfang Januar. Du öffnest die App deines Brokers, weil du eigentlich nur sehen wolltest, wie das Jahr gestartet ist, und auf dem Verrechnungskonto steht eine Buchung, die du nicht bestellt hast. Kein Kauf. Kein Sparplan. Steuer.
Willkommen bei der Vorabpauschale.
Sie ist keine Strafe und kein Skandal. Sie ist der Weg des Finanzamts, thesaurierende Fonds nicht jahrzehntelang steuerfrei laufen zu lassen, während ausschüttende Fonds jedes Quartal zur Kasse gebeten werden. Trotzdem überrascht sie jedes Jahr Zehntausende Anleger, weil sie exakt dann kommt, wenn niemand hinschaut.
Für 2027 wird sie voraussichtlich spürbarer. Das ist der Teil, den du jetzt schon planen kannst.
Was Anfang 2027 auf dich zukommt
Der Basiszins ist die zentrale Stellgröße. Er wird nicht willkürlich gesetzt: Die Deutsche Bundesbank errechnet ihn zum ersten Börsentag des Jahres aus den Zinsstrukturdaten für Bundeswertpapiere mit 15 Jahren Restlaufzeit, und das Bundesfinanzministerium gibt ihn anschließend bekannt.
- Basiszins 2025: 2,53 %. Grundlage der Vorabpauschale, die am 2. Januar 2026 als zugeflossen galt.
- Basiszins 2026: 3,20 %. Veröffentlicht im BMF-Schreiben vom 13. Januar 2026. Grundlage der Vorabpauschale, die am 4. Januar 2027 als zugeflossen gilt.
Das ist ein Sprung um 0,67 Prozentpunkte. Er wirkt sich nicht 2026 aus, sondern erst im Januar 2027, wenn deine Depotbank abrechnet.
Wichtig, weil es in fast jeder Panik-Überschrift untergeht: Ein höherer Basiszins bedeutet nicht automatisch mehr Steuer. Ist dein ETF im Kalenderjahr nicht gestiegen, fällt keine Vorabpauschale an. Die Rechnung ist nach oben durch deine tatsächliche Wertsteigerung gedeckelt und wird nie negativ.
So wird gerechnet
Schritt 1: Basisertrag ermitteln. Rücknahmepreis deines Fondsanteils zum Jahresbeginn multipliziert mit dem Basiszins, multipliziert mit 0,7. Die 30 % Abschlag sind ein pauschaler gesetzlicher Abzug, keine Verhandlungssache.
Schritt 2: Mit der echten Wertsteigerung vergleichen. Die Vorabpauschale ist der kleinere Wert aus Basisertrag und tatsächlichem Wertzuwachs im Kalenderjahr. Ausschüttungen, die du im Jahr bereits erhalten und versteuert hast, mindern den Betrag. Hast du unterjährig gekauft, verringert sich der Basisertrag um ein Zwölftel für jeden vollen Monat vor dem Kauf.
Schritt 3: Teilfreistellung anwenden. Bei Aktienfonds im Privatvermögen, also einer Aktienquote von mindestens 51 %, bleiben 30 % steuerfrei. Bei Mischfonds mit mindestens 25 % Aktienquote sind es 15 %. Bei allem anderen: 0 %.
Schritt 4: Steuer berechnen. Auf den steuerpflichtigen Rest fallen 25 % Kapitalertragsteuer an, plus 5,5 % Solidaritätszuschlag auf diese Steuer, macht zusammen 26,375 %. Kirchensteuer kommt gegebenenfalls obendrauf. Und: Die Vorabpauschale wird gegen deinen Sparerpauschbetrag gerechnet. Der liegt 2026 unverändert bei 1.000 Euro pro Person und 2.000 Euro bei Zusammenveranlagung, vorausgesetzt, du hast einen Freistellungsauftrag erteilt.
Für viele Sparplan-Anleger mit mittlerem Depot ist die Vorabpauschale damit rechnerisch vorhanden und praktisch aufgezehrt. Das weißt du aber erst, wenn du gerechnet hast.
Der Preis eines kostenlosen Steuerrechners
Weil niemand das freiwillig im Kopf macht, tippen die meisten Leute ihre Zahlen in einen der Dutzenden kostenlosen Vorabpauschale-Rechner.
Was du dort eingibst, ist nicht irgendeine Zahl. Es ist dein Depotwert zum Jahresanfang, deine Jahresrendite, dein Fondstyp, dein Familienstand über den Pauschbetrag. Das sind vier Angaben, aus denen sich ein ziemlich präzises Bild deines Vermögens zusammensetzen lässt.
Die meisten dieser Seiten finanzieren sich über Werbung oder Depot-Affiliate-Links. Die Rechner selbst laufen oft im Browser, aber die Seite drumherum bringt in der Regel Marketing-Tags mit. Was da genau abfließt, steht im Zweifel in einer Datenschutzerklärung, die du nicht gelesen hast, weil du nur eine Zahl wolltest.
Kein Weltuntergang. Aber es ist bemerkenswert, wie viele Leute Cookie-Banner wegklicken wie eine Prinzipienfrage und zwei Minuten später ihren Depotstand in ein Webformular schreiben.
Was du konkret tun kannst
Sorge im Januar für Liquidität auf dem Verrechnungskonto. Kann deine Bank die Steuer nicht abbuchen, wird es unangenehm: Manche Institute nutzen den Dispo, andere zeigen die nicht abgeführte Steuer dem Finanzamt an, und du zahlst über die Steuererklärung nach. Was deine Bank darf, steht in deinen Depotbedingungen, nicht in einem Blogartikel.
Prüfe deinen Freistellungsauftrag. Er wirkt rückwirkend zum 1. Januar des Jahres, in dem du ihn erteilst. Viele Banken sperren die Bearbeitung aber zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar. Also nicht am 3. Januar daran denken.
Behalte deine eigenen Zahlen. Du brauchst deinen Depotstand zum Jahresanfang, deine Ausschüttungen und deine Kaufdaten. Das ist eine Buchhaltungsaufgabe, keine Cloud-Aufgabe.
Wie DecentWealth dabei hilft

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Dieser Artikel ist allgemeine Information, keine Steuer- oder Anlageberatung. Steuerregeln ändern sich, Einzelfälle unterscheiden sich, und wir sind ein Portfolio-Tracker, nicht dein Steuerberater. Rechne selbst nach oder frag eine Fachperson, bevor du Entscheidungen triffst.